about…
Seit 10 Jahren schnitze ich Skulpturen mit der Kettensäge. Ich habe mir in dieser Zeit eine besondere Technik angeeignet und eine eigene visuelle Sprache zu entwickelt.
Meine Skulpturen fordern die Sinne heraus und beflügeln die Fantasie. Sie sind ein Spiel der Transformation, in dem Figuren mit menschlichen Zügen scheinbar dabei sind, sich selbst aufzulösen, umzubauen oder auf andere Weise wieder zusammenzufließen. Dieser Ansatz erzeugt eine faszinierende Spannung zwischen Form und Auflösung.
Mein künstlerischer Werdegang ist somit nicht nur von handwerklichem Können, sondern auch von einer stetigen Suche nach neuen Ausdrucksformen und einer tieferen Verbindung zu meiner Kunst geprägt.


Die Holzarbeiten von Andrea Halm entstehen nicht aus dem, sondern fast gegen das Material. Nicht der visuelle oder haptische Kontakt mit dem Apfel-, Pappel- oder Lindenholz steht am Beginn des Entstehungsprozesses, sondern Skizzen auf Papier. Die dort entwickelte Figur wird dann mit der Kettensäge in das Material hineinberserkert. „Das Holz muss sich nach mir richten“, formuliert die Künstlerin selbst.
Die vor dem inneren Auge präsente Figur erfährt während dieses Prozesses aber durchaus Veränderungen. Im Dialog zwischen der Bildhauerin und dem von ihr erschaffenen Phantasiewesen gewinnt dieses seinen individuellen Charakter.
Im Grenzbereich zwischen Pflanze, Tier und Mensch entstehen bewegte und bewegende Gestalten, bei denen überbetonte Sinnesorgane, etwa wulstige Münder oder tentakelartige Augen, erheblich zur sinnlichen Ausstrahlung beitragen. Diese wird noch durch einen poppig-bunten Anstrich der geglätteten Oberflächen intensiviert.
Diese lösen sich so als Schale von einem in lichtabsorbierendem Schwarz gefassten Kern. Dessen vielfache Durchbrechungen sorgen für eine enge Verzahnung von Volumen und umgebendem Raum.
Zudem wird das Ausgangsvolumen des Werkstückes durch zahlreiche Durchbrüche und Löcher auf ein Gerüst verschlungener Linien reduziert. Ihre kurvierten und knickenden Verläufe tragen zur expressiven Dynamik der Figuren bei. Diese erinnern zum einen an jene Kunst- und Kultgegenstände primitiver, exotischer Kulturen, die schon die Künstler der Klassischen Moderne inspiriert hatten. Zum anderen versetzt uns ihre polychrome Poppigkeit in die ästhetische Welt der Comics oder der Werbung.
Der individuelle Charakter der Figuren wird dann kongenial durch den Bruder der Künstlerin, Jochen Maier, konkretisiert. Die von ihm teils zu Gruppen geordneten Einzelfiguren erhalten ihrer Individualität entsprechende Namen, die dann ihrerseits Teil einer lyrischen Visitenkarte werden. Zunächst Ergebnis künstlerischer Inspiration werden die Figuren somit ihrerseits Quelle derselben. Phantasiegestalten als Phantasieanreger.
Zitat aus der Rede von Markus Golser, Kunsthistoriker,
bei der Ausstellung SkuBi in der Kulturmühle Rechberghausen 2018
………..Presse……………..
………….making of………………..
REINGESÄGT UND ANGEMALT –
VOM BAUMSTAMM ZUR SKULPTUR…..
ZUERST ENTSTEHT DIE SKULPTUR IM KOPF, DANN ALS GROBE SKIZZE AUF DEM PAPIER.
MIT VERSCHIEDENEN KETTENSÄGEN SCHNITZE ICH DIE SKULPTUREN MEIST AUS LINDENHOLZ, ABER AUCH IN EICHE, DOUGLASIE, KIEFER UND PAPPEL WIRD REINGESÄGT.
BEWEGLICHE OHRRINGE UND VERSCHLUNGENE RINGELLOCKEN SIND DABEI EINE BESONDERE HERAUSFORDERUNG. NACH DEM SÄGEN WIRD DIE SKULPTUR MIT DER FLEX BEARBEITET UND ABGEBRANNT. DURCH DIE BEMALUNG WERDEN SIE ZUR PERSÖNLICHKEIT – SIE ALLE HABEN NAMEN UND DAZUGEHÖRIGE GESCHICHTEN – DIESE SCHREIBT IHNEN MEIN BRUDER JOCHEN MAIER AUF DEN HÖLZERNEN LEIB.
MIT UV-LACK VERSEHEN, WERDEN DIE SKULPTUREN IM FREIEN ZU VOGELVERGRÄMOBJEKTEN.











